Die VSL zu Gast bei Micha Pallesche

Shownotes

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00:00:16: Herzlich Willkommen zum Podcast Schulleitung heute.

00:00:20: Den Podcast der Vereinigung der Schulleiterinnen und Schulleitern Warten Württembergs, VSL.

00:00:38: Für unseren zweiten VSL-Podcast waren wir zu Gast bei Micha Perlesche in der Ernsttreuter Gemeinschaftsschule in Karlsruhe.

00:00:46: Mit am Tisch saßen Franziska Breiner und Jörg Schuchat vom Vorstand der VSL Und natürlich unser Gastgeber Micha Perlezsche.

00:01:02: Und meine Frage gleich zu Beginn, Micha.

00:01:05: Warum bist du Schulleiter geworden?

00:01:08: Ja ich glaube die Zuhörerinnen und Zuhören müssten eigentlich hier sein um das zu sehen.

00:01:11: wir sitzen in einem Gebäude innerhalb eines großen Parks.

00:01:14: hier ist ein Schulgerlinde von acht Komma zwei Hektar Blicken aus dem Fenster raus alles grün.

00:01:19: und so kam ich vor zwanzig Jahren als Lehrer quasi Ich habe mich total verliebt in diese Schule.

00:01:24: Ich habe gedacht, wow das ist eine Ganztagsschule.

00:01:27: Man hat wahnsinnig tolle Möglichkeiten.

00:01:30: und so kam es dann irgendwie zehn Jahre später dass der Konrektor in Ruhestand ging.

00:01:34: und da die Überlegung war okay wer machts eigentlich?

00:01:36: Und ich hatte irgendwie damals schon Lust auch in Führungen zu gehen.

00:01:40: Damals gab's noch die sogenannten S-Module.

00:01:42: Die älteren unter den Zuhörern werden es noch kennen S-I bis S-V.

00:01:47: Also Schulleitungsqualifizierungsmodule hab' ich alle durchlaufen gehabt und dann passt er das irgendwie super.

00:01:52: Dann wurde ich ... ... zehn.

00:01:53: Zwei-tausend zwölf offiziell, dann wurde ich stellvertretender Schulleiter her an der Schule und dann drei Jahre später ging der Schulleiter in den Ruhestand und da war einfach die Frage wie geht es weiter?

00:02:05: Und damals war's aber auch so dass wir Gemeinschaftsschule wurden, genau just zu diesem Zeitraum und ich quasi als stellvertreter Schulleiteter schon ein bisschen die Planung hatte irgendwie... ...und dann wurde Ich schulleiter!

00:02:18: Das hat insofern super gepasst weil Ja, weil ich immer schon gerne gestalten wollte.

00:02:24: Natürlich als Lehrkraft meine Freiheiten irgendwie in irgendeiner Form genutzt habe aber schon immer auch die Idee hatte auch in der Schulleitung Dinge vielleicht anders zu machen als man sie jetzt da eigene Schulzeit kennt Schule mal anders zu denken.

00:02:35: und das war so der Hauptantrieb warum ich Schulleiter gewonnen bin.

00:02:39: Also kann man sagen der Gestaltungswille stand eigentlich im Vordergrund.

00:02:43: Das war das Wichtigste.

00:02:46: Beschreib doch mal wie läuft ein typischer Morgen an der Ernsträuter-Schule

00:02:50: ab?

00:02:53: Also ich glaube jeder der in der Schulzeitung ist weiß, es gibt gar nicht den typischen Morgen.

00:02:56: Man nimmt sich irgendwas vor und das kommt dann komplett anders.

00:03:01: Klar, oftmals habe ich die Randstunden wenn ich Unterricht habe.

00:03:05: Das ist so die erste Stunde und auch die letzte.

00:03:08: Deshalb weil man sie ganz gut entfallen lassen kann.

00:03:10: Das sind so das eine.

00:03:11: also meistens starte ich mit Unterricht an einem ein oder anderen Tag Und dann ist doch der Beruf so wahnsinnig abwechslungsreicher.

00:03:20: Wir sind die Ganztagsschule, hier ist Unterricht bis fünfzehn Uhr dreißig.

00:03:23: ich bin den ganzen Tag hier meistens auch noch ein bisschen länger.

00:03:25: das macht mir das finde aber auch okay.

00:03:26: da kann ich in Ruhe weiterarbeiten wenn alle nicht mehr da sind, da komme ich eigentlich zu dem was sich eigentlich tagsüber machen wollte.

00:03:32: und dann ist es so einen Tag so bunt wie wie die Tage.

00:03:35: die Tage sind ja Einiges an Besprechung so schöne Termine wir heute dass man Podcast oder so aufgenommen wird Das gibt es auch Aber in der Regel gibt es nicht den typischen Tag.

00:03:46: Schule ist irgendwie sehr fluide und es gibt immer wieder Dinge, diese Woche zum Beispiel ganz spannend.

00:03:51: wir haben die acht, neune und zehn sind nicht da.

00:03:54: ja die einen sind im Praktikum, die anderen sind im Landschulheim und ich dachte eigentlich mal ein Konrektor und Mensch das ist doch toll, jetzt haben wir mal so eine entspannte Woche irgendwie.

00:04:01: und was ist?

00:04:02: Es ist überhaupt nicht so weil da gibt's wegen Fahrdienste und keine Ahnung.

00:04:05: also es ist immer etwas los oder man arbeitet mal die Sachen ab die eigentlich so bisschen liegen geblieben sind und kümmert sich einmal darum dass sie auch laufen.

00:04:12: das ist ja auch wichtig.

00:04:14: Wie würdest du denn dein Rollenverständnis als Schulleitung beschreiben?

00:04:19: Also wir hören nicht selten.

00:04:21: Du bist als Schuleiter nur noch Verwalter des Mangels, als Schulleiterin genauso.

00:04:27: Ja wie sieht's aus mit Visionen?

00:04:29: Ich erinnere mich, du hast in einer Fortbildung mal gesagt, Schulleiter dürfen viel mehr als oft glauben.

00:04:36: Wie hältst du es damit?

00:04:38: Absolut.

00:04:38: also klar sind die Rahmenbedingungen nicht andersrum.

00:04:43: Die könnten besser sein So will ich es mal formulieren.

00:04:45: Das ist definitiv so, auf der anderen Seite glaube ich gibt es einen ganz großen Spielraum den wir in der Schulleitung haben.

00:04:53: Wir haben das habe ich tatsächlich heute noch überzeugt davon.

00:04:57: ja wir haben mehr Freiheiten als wir glauben.

00:04:59: Wir können mehr gestalten als wir vermuten.

00:05:02: Ich glaube was es dazu braucht ist sicherlich auf der einen Seite den Mut und auf der andere Seite ein Stück weit auch Kreativität.

00:05:07: Das is sicherlich das andere.

00:05:09: also zu gucken wo kann ich Den Rahmen, der mir gesetzt ist ein Stück weit anders ausgestalten.

00:05:15: Denen vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle und das andere ist dann ich bin nicht alleine.

00:05:21: du hast mich nach meinem Rollenverständnis gefragt.

00:05:23: ja Klar eine Schule ist hierarchisch aufgebaut Und die Strukturen sind eigentlich so gelegt.

00:05:30: Ich würde aber sagen dass heutzutage gerade auch was das Thema Innovation oder Schulentwicklung betrifft gar nicht mehr von einer Person alleine kommen kann Weil die Themenfelder, die wir haben sind so komplex.

00:05:41: Die Fragen in der Schulleitung sind so Komplex dass wir selbst mit immer weiter dem Schulleitungsteam gar nicht alles überblicken können und wir versuchen durch verschiedenste Formate wie beispielsweise den roten Salon wo wir vielleicht nachher noch darüber sprechen können die Schulgemeinschaft mit in den Schulentwicklungsprozess zu nehmen, um letztendlich daraus gute Lösungen zu generieren.

00:06:01: Und dann ändert sich schon meine Rolle.

00:06:03: also natürlich ist meine Rolle vielleicht an der einen oder anderen Stelle Impulse geben und natürlich muss ich an der eine oder andere Stelle am Ende des Tages eine Entscheidung treffen.

00:06:10: das bin ich auch deswegen wie auch Schulleiter.

00:06:11: aber auf der anderen Seite versuchen wir natürlich möglichst viel Partizipation zu ermöglichen, die Menschen zu beteiligen und dann ändert sich meine Rolle in Richtung Ermöglicher.

00:06:21: Also dass ich quasi Prozesse ermögliche, die dort gemeinsam mit der Schulgemeinschaft entwickelt werden und das ist dann ein verändertes Rollenverständnis was aber auch bedeutet, dass ich ja einen Stück weit Verantwortung abgebe, dass sie vertrauen muss auf das was dort passiert Und das ist was uns am Anfang unglaublich schwerfällt, glaube ich.

00:06:43: Also jede Schulleiter kennt das loszulassen und sagen da wird schon gut werden in irgendeiner Form einfach der Schulgemeinschaft zu vertrauen.

00:06:51: Das ist ein Prozess den wir auch gegangen sind.

00:06:54: Wir machen participative Schulentwicklung seit... acht oder neun Jahre jetzt mittlerweile und ich möchte es gar nicht mehr missen.

00:07:01: Ich glaube, das geht auch gar nicht anders ohne.

00:07:03: Und das ist auch wieder spannend, ohne dass die Widerstände immer größer werden.

00:07:06: Das ist ja auch das was viele Schulleitungen belastet.

00:07:08: also man entscheidet etwas mit seinem Team und dann geht's in die nächste Lehrkräftekonferenz und dann heißt sie haben sich da was ausgedacht und wir müssen machen.

00:07:18: Also da fängt auf der Ebene an, dann kommen noch die Eltern.

00:07:21: Es funktioniert so nicht mehr.

00:07:23: Wir kommen mit diesen bisherigen Strukturen an Grenzen, an einen Widerständen die dann so viel Zeit rauben dass tatsächlich am Ende die Kraft fehlt für wirkliche Veränderungen?

00:07:33: Ja, an der Stelle möchte ich gerne nochmal nachfragen weil auch der Überzeugung bin das letzten Endes ein Schulleitungsteam mehr bewegen kann als ein einzelner Schulleiter.

00:07:46: gleichzeitig stellt sich mir die Frage wenn ich Leute ins Team holen will wie Entlohne sie ich Sie dafür, wenn gleichzeitig der Anrechnungsbereich die AE-Stunden immer weiter zurückgefahren

00:08:01: werden?

00:08:04: Ja natürlich sind wir über jede Anrettungstunde dankbar.

00:08:08: Das ist klar und umso wichtiger ist auch das Verbände drum kämpfen dass es diese gibt.

00:08:16: Wir haben sie aber aktuell nicht.

00:08:17: Und jetzt kann ich zwei Dinge machen.

00:08:18: entweder ich kann sagen Ich jammer und sage Es geht nicht!

00:08:21: Wir können's nicht machen.

00:08:22: oder ich kann Sagen ich such andere Lösungen.

00:08:24: Und du hast mich gefragt, was kann ich Lehrkräften oder Menschen geben, dass sie sich für eine Sache engagieren?

00:08:30: Ich glaube es sind zwei ganz zentrale Dinge.

00:08:33: Das ein ist Wertschätzung.

00:08:35: die gebe ich ohnehin aber das ist der ganz zентrale Schlüssel.

00:08:38: Das ist ja unsere Währung in der Schulleitung und ohne Wertschätzungen können wir nicht arbeiten.

00:08:41: Wir haben keine andere Formen der in Anfangszeichen Entlohnung sondern wir haben nur diese Wertschättung, dass das ein.

00:08:48: und das zweite ist Beteiligung.

00:08:51: Selbstwirksamkeit spüren.

00:08:52: Das ist für mich der große Schlüssel an dem Moment, in dem ich die Menschen beteilige und zwar echt beteiligen.

00:08:58: Also einlade dazu ihre Schule mitzugestalten sich einbringen zu können – mit ihren Themen!

00:09:04: Dann wird es so ein bisschen zum Ich-Ort die Schule.

00:09:07: Und in diesem Ich-Orte in der Gemeinschaft dann wenn man gemeinsam etwas entwickelt wird's ein Wir-Ort.

00:09:10: Ja?

00:09:10: Und das führt dazu dass ich Selbstwirksamkeit erlebe.

00:09:14: und vielleicht ja ganz kleines Detail wenn ich neue Kolleginnen und Kollegen an die Schule bekomme frage ich erst mal nicht nach den Fächern oder Qualifikationen, sondern die erste Frage, die jedem Menschen hier stelle, wenn in die Schule kommt ist.

00:09:29: Gibt es was für das sie wirklich brennen?

00:09:31: Also was ihr absolute Leidenschaft ist.

00:09:33: Das ist meine erste Frage und wenn dieser Mensch mir das dann sagt, dann antworte ich immer ja, dann werde ich dafür sorgen dass Sie das hier an der Schule machen können denn das ist der Schlüssel.

00:09:40: damit identifiziere ich mit meiner Schule und damit bin ich bereit vielleicht auch über das normale Maß hinaus mich hier zu engagieren, weil ich es für sinnvoll achte.

00:09:49: Weil das mein Ort ist und dann ist das vielleicht auch ein Stück weit die Entlohnung, die man vielleicht sonst in irgendeiner Form natürlich gerne in Form von Anrichtungsstunden geben würde oder auch monetär.

00:10:02: Ja spannend!

00:10:03: Ich denke auch, ja, man alleine ist sicherlich nicht die Lösung.

00:10:08: trotzdem meine Frage wie kriegst du denn Kollegen dazu dass sie Lust haben sich zusätzlich?

00:10:18: Es Man muss uns ja auch so nennen, wie es ist.

00:10:21: Es ist zusätzliche Arbeit im Schulleitungsteam.

00:10:25: Wie rekrutierst du deine Mitstreiter?

00:10:29: Ja, das ist eine interessante Frage, ob ich die irgendwie rekrutiere... Ich glaube, ich spreche die gar nicht direkt an!

00:10:34: Das passiert wegen von alleine.

00:10:36: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder Kollegen gehabt, die sagen wir wollen da mitmachen und beim Stundenplan dabei sein.

00:10:43: Wir wollen uns einbringen bei bestimmten Themen.

00:10:49: Ja, das kam von ganz alleine.

00:10:52: Das ist deutlich spürbar was wir auch erleben... ...was manchmal auch schmerzhaft ist natürlich dass viele Kollegen auch irgendwann sagen sie gehen selber in Führung Was ich aber als total gutes Zeichen für die Organisationen finde weil man merkt okay Ich bin befähigt und fühle mich bereit selber was zu machen was der Tolle ist gerade aufgrund Wir haben ja immer noch Schulleitungsmangel auf allem in den Grundschulen anderen Bereichen.

00:11:13: Ich glaube einfach, dass die Menschen hier merken es lohnt sich, sich einzubringen.

00:11:17: Weil's ihr Ort ist!

00:11:20: Es geht ja nicht mal nur darum sagen wir mal eine weitere Schulleitungsteam zu haben.

00:11:22: ich glaube es reichen auch nicht mehr fünf oder sechs oder sieben Menschen in der Schulleitung.

00:11:26: Es braucht die Schulgemeinschaft.

00:11:29: Vor zwei Jahren habe an meiner Doktorarbeit eine Studie durchgeführt und hab Lehrkräfte gefragt an sogenannten Best Practice Schulen was für sie Transformation bedeutet und konnte dann nach Auswertung der Gespräche sechs zentrale Indikatoren schulischer Transformationsprozesse identifizieren.

00:11:46: Also, was für diese Lehrkräfte eine entscheidende Rolle für Veränderungsprozese darstellt?

00:11:53: Und das war natürlich zum einen Gemeinschaftlichkeit, also ein Gemeinschatsgefühl zu haben Beziehungsarbeit, Kooperation, Partizipation als ganz wichtiges Element aber auch Rollenverständnis.

00:12:03: Ein verändertes Rollenverständnis hilft dazu Schule anders zu gestalten, eine andere Haltung vielleicht auch zu entwickeln.

00:12:11: und Entgrenzung oder der zentrale Indikator.

00:12:13: Also die Entgrenzungen von Zeitstrukturen, Fachstruktur, Ortstruktur und Inhaltsstrukturn wenn wir auf Lernen gucken aber natürlich auch Partizipation als das zentrale Element.

00:12:21: also Schulentwicklung kann nicht mehr alleine voll im Schulleitungsteam gemalt getragen werden.

00:12:27: Man braucht die Schulgemeinschaft und wir sprechen ja oft drum von einem Art whole-school approach, also dass wir schauen das möglichst viele alle wären Utopie.

00:12:35: Das bekommen wir nicht aber das möglichst viel eine Idee tragen und dann weiterentwickeln.

00:12:39: Und wenn ich will, dass es möglichst viele machen muss sich auch die Möglichkeit geben, dass möglichst viele daran teilnehmen.

00:12:45: Deswegen haben wir so dieses Format des roten Salons der fand übrigens letzte Woche wieder statt.

00:12:50: Machen wir zweimal im Jahr und ist ein total spannendes Format wo wir die Schul Gemeinschaft einladen unsere Schule weiter zu entwickeln.

00:12:56: Da sitzen Schüler drin, Lehrkräfte.

00:13:01: Eltern auch?

00:13:02: Ja!

00:13:03: Wir laden zweimal im Jahr ein... Die Idee diesen Begriff den Roten Salon so zu nennen, da haben wir deshalb getroffen weil wir im Keller einen roten Grundleuchter gefunden haben und gesagt haben der ist irgendwie total cool.

00:13:14: Und es muss irgendwie wie ein Salon aus.

00:13:17: Uns war wichtig dass wir gesagt haben wir nennen das nicht Schulentwicklungstreff, sonst wäre keiner gekommen.

00:13:21: Da wäre ich selber wahrscheinlich auch nicht hingegangen.

00:13:22: in Kinderveranstaltungen aber da hat man einiges mit Fantasie, kann man denken ach ja geh mal hin und wir gestalten dafür dann drei vier Räumlichkeiten umso als Co-Working Space hier an der Schule.

00:13:32: also Wirklich, man soll sich da wohlfühlen.

00:13:34: Es gibt Gummibärchen auf dem Tisch und Getränke und chillige Musik Und die Menschen kommen an.

00:13:39: Ja wir laden allen Eltern Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler Menschen aus dem Quartier Weil es ist ja auch die Schule des Quartiers.

00:13:44: Wir sind ja nicht irgendwie so ein Satelliter alleine irgendwie sondern wir sind ja umgeben von Menschen.

00:13:50: Das ist auch ihre Schule im Quartiere und Freunde und Freunde in der Schule.

00:13:53: das machen wir zweimal im Jahr und dann Kommen diese Gruppen mit die Schule.

00:13:58: Wir bilden heterogene Teams, also gemischte Gruppen und dann bekommen diese Gruppen eine schulische Fragestellung.

00:14:05: Und haben die Stunde Zeit – das ist so ein bisschen angelehnt an dieser agile Methode des Design Thinking, den man vielleicht aus der Wirtschaft kennt, bei dem es darum geht dass man in heterogenen Teams Lösungsprototypen entwickelt.

00:14:17: Dann entwickeln diese Teams quasi Lösungs Prototypen in der Stunde.

00:14:21: In der Regel haben wir so acht bis zehn Gruppen.

00:14:23: Die Ergebnisse werden vorgestellt, präsentiert.

00:14:25: Und dann wird es ganz spannend... Sie haben so zwei, drei Minuten Zeit ihre Lösung vorzustellen.

00:14:29: Total spannend weil man auf einmal so ganz viele Lösungen hat die in einer Gemeinschaft getroffen wurden.

00:14:33: Tolle Lösungen, innovative Lösungen und dann wird's ganz interessant dass wir dann quasi eine freiwillige Selbstverpflichtung haben das wir mindestens eine dieser Lösungen verbindlich umsetzen.

00:14:44: Wir haben einen Aushandlungsprozess am selben Abend noch und legen uns für eine Lösung fest.

00:14:47: Quasi wird abgestimmt.

00:14:50: essentiell auch für den Erfolg dieses Formats, weil Partizipation nur dann erfolgreich ist wenn sie zur Verbindlichkeit führt.

00:14:56: Wenn ich die Menschen beteilige und sage könnt ihr mal machen?

00:14:58: und dann ja stimmt man müsste mal, dann geht man so aus dem Abend raus.

00:15:01: Nein wir legen im selben Abend also ganz konkret fest was wird dort gemacht?

00:15:05: Und dann legen wir amselben Abend auch fest was machen Eltern Für dieses Projekt, für das Thema was man die Schülerinnen und Schüler Lehrkräfte, Schulleitungen, die externen Menschen und legen quasi diese Verbindlichkeit fest.

00:15:16: Und jetzt ist natürlich so dass der rote Salon kein Entscheidungsgremium ist.

00:15:20: unter Umständen wird dort etwas entschieden oder festgelegt was erst mal durch die Gremien durch muss was auch völlig in Ordnung ist.

00:15:26: aber durch diese Partizipation haben wir immer mehr halten Also durch die Beteiligung.

00:15:30: Ich kann meiner Lehrkräftekonferenz sagen, okay viele von euch und Ihnen waren da was machen wir denn?

00:15:34: Und dann sind sie begeistert oder wie waren das und das und dass?

00:15:37: und die Eltern waren es und die Kinder wird abgestimmt und dann hat man die mehr halten und das ist letztendlich bei der elternbare Sitzung.

00:15:42: auch bis hin zur Schulkonferenz ist bisher alles durchgegangen.

00:15:45: Das ist ein schönes Format nicht nur weil's die Schwarmintelligenz nutzt eigentlich der Schule sondern weil es eine Gesetzmäßigkeit bedient von William Ashby, ist amerikanischer Wissenschaftler aus dem letzten Jahrhundert.

00:16:01: Also wenn man googelt findet man ashbys law also die gesetzmäßigkeit von Ashby und er hat formuliert oder gesagt ihr komplexer eine frage ist, desto komplex muss das lösungssystem sein für diese frage als ich kann nicht mit einem einfachen lösung system.

00:16:14: jetzt wäre ein einfacher lösungenystem einschuleiter vielleicht noch zwei drei vier leute aus dem team die jetzt versuchen einen hochkomplexes schulentwicklungsthema.

00:16:21: alleine es wird nicht funktionieren sondern wir schaffen eine künstliche Komplexität durch die Heterogenität der Menschen und gehen dann in die Lösung rein.

00:16:28: Und haben dann nachhaltige gute Lösungen, die auf vielen Schulden getragen werden um die zu verbindlichen Ergebnissen führen.

00:16:34: Das ist total spannend!

00:16:35: Und jetzt weil du mich vorhin noch mal an der Rolle der Schulartung gefragt hast das ist natürlich was wo ich erstmal anfangen schlucken musste.

00:16:41: Wir machen das seit acht neun Jahren und... Ich weiß nicht was daraus kommt.

00:16:46: Also ich gehe in so einen roten Salon rein, ich habe keine Ahnung was dort rauskommt.

00:16:49: Ich muss aber vertrauen dass das irgendwie gut ist und nicht nur dass ich es irgendwie dann selber auch gut finde sondern ich muss es sogar unterstützen als würde man eine volle Unterstützung bekommen.

00:16:57: und das ist schon spannend.

00:16:58: diese Rolle klar die Themen sind sehr unterschiedlich.

00:17:03: ja man könnte natürlich in der Shootung sagen ich gebe das Thema vor es wäre aber auch würde sie nicht gut anfühlen in diesem Kontext Es gibt ein Vorbereitungsteam die sich freiwillig treffen, da bin ich auch Teil davon zum Beispiel in der Schulleitung.

00:17:16: und dann legt dieses Vorbereitungs-Team zu dem jeder kommen kann.

00:17:20: Legt ein Thema fest!

00:17:22: Also beispielsweise dass man sich das mal konkreter vorstellen kann... Das Hausmeisterhaus zum Beispiel hier nebendran.

00:17:28: Da steht es seit einem halben Jahr leer.

00:17:30: Weil der Hausmeiste in Ruhestand gegangen ist, der Alte und der Neue will da nicht einziehen weil er wohnt woanders.

00:17:34: Was machen wir mit dem Haus?

00:17:36: Die Lehrkräfte haben gesagt, das wäre schön.

00:17:38: Wenn man so ein Wellness-Bereich für die Lehrkräftel ... Da habe ich gesagt ja gute Idee aber es wird schwierig durchzukriegen.

00:17:43: also machen wir einen guten Salon dazu und das haben wir dann gemacht.

00:17:47: Wir haben so ein Marklerbüro gegründet mega hau mit megafron exposés gedruckt sind mit den Gruppen der Reihen.

00:17:53: Wir hatten immer so ein gutes Narrativ irgendwie auch in diversen Einbetten.

00:17:56: Es muss immer eine gute Geschichte geben.

00:17:58: Und jetzt ist da was ganz, ganz Spannendes daraus erwachsen und ich glaube solche guten Prozesse braucht es in der Schule.

00:18:05: Was auch dazu führt dass ich natürlich in der Schulleit und gerade wenn ich vielleicht eher unsicher bin Ja, wenn ich nicht so ganz mutig bin.

00:18:13: Natürlich mit einer breiten Brust rausdehnen kann und sagen kann Moment das hat ja die Schulgemeinschaft entwickelt.

00:18:17: Ich vertrete das was die Schul Gemeinschaft sagt also die Eltern und die Kinder und die Lehrkräfte.

00:18:21: Also da kann ich gut nach außen auftreten sagen Das ist eine Entscheidung Die haben wir als Schule getroffen.

00:18:26: Wer Fragen hat wendet sich bitte an die Eltern zum Beispiel oder die Lehrkraft in Schülerinnen und Schülern Und das ist glaube ich etwas dass das sehr hilft

00:18:34: Und es ist frei von dem Verdacht der selbsterlichen Willkür?

00:18:38: Ja total absolut Mit einer hohen Akzeptanz durch Partizipation.

00:18:44: und wieder meine Schule.

00:18:47: Gut, du hast uns jetzt schon viele Sachen erzählt wie du Kollegen mitnimmst das sind wir uns ganz sicher dass es gut gelingt.

00:18:54: allerdings gibt's auch immer wieder Personen die Widerstände haben die gegen Neues sich wehren.

00:19:02: Hast Du hier vielleicht ein paar Tipps?

00:19:03: Ein geheimen Rezept für uns wie wir auch noch diese wenigen aber trotzdem vorhandenen

00:19:07: Kollegen

00:19:08: mitkriegen ins Boot?

00:19:11: Ja, ich glaube das ist total verständlich.

00:19:14: Bei uns war es genauso vor zehn Jahren als er gesagt hat wir machen uns auf den Weg dass nicht alle Hurra geschrien haben sondern manche skeptisch waren, manche fanden's toll.

00:19:21: wie auch immer Ich würde mal wie folgt antworten.

00:19:26: Es sind mehrere Ebenen die wir gleichzeitig bespielen.

00:19:29: Das eine ist natürlich zu verstehen warum gibt sie diese Widerstände?

00:19:33: Das ist das eine.

00:19:34: Das zweite ist, wie geht man dann am besten strategisch vielleicht vor?

00:19:37: oder wie arbeitet man wenn die Menschen, die die Widerstände haben aus welchen Gründen auch immer teilweise auch berechtigt weil auch Sorge darüber immer sind oft sehr laut?

00:19:45: Ja das ist ja oft eine laute Stimme.

00:19:47: also ich gehe damit auch in der Schulhaltung um.

00:19:48: glaube dass es das Zweite worauf ich antworten möchte.

00:19:56: Wir haben wir haben eine große Thematik in den Schulen und was heißt ein Problem?

00:20:00: Dass die meisten Lehrkräfte das System nie verlassen haben.

00:20:04: Die sind quasi von der Schule in die Hochschule gegangen, haben dann die Rolle getauscht und sind dann Lehrkräfte.

00:20:09: Und treffen natürlich auf Strukturen, die für diese Art von Lernen ausgelegt sind – wie sie es damals selber gelernt haben!

00:20:15: Das Material für die Art von lernen, die Räumlichkeiten, wer wie so eine Schule halt aussieht... mit den klar ähnlichen Strukturen.

00:20:23: Und diese im Englischen spricht man von den Beliefs, also die Überzeugungen, die eine Lehrkraft hat wie eine Schule zu sein.

00:20:27: Es steckt unglaublich tief drin vor allem deshalb weil wir alle auch ne Schule besucht haben schon als Schülerinnen und Schüler das heißt dort werden schon die ersten Anlagen gelegt.

00:20:35: Wie sieht ein in der Schule aus?

00:20:38: Und natürlich mit diesen Überzeugung zu brechen und zu sagen okay wir müssen irgendwas anders machen weil es funktioniert nicht mehr weil Welt um die Schule sich verändert.

00:20:45: ja wenn wir andere begeben andere Schülerinnen Schülerstrukturen haben oder was auch immer Das fällt natürlich dann erst mal schwer.

00:20:53: Warum man verstehen muss, dass viele Menschen Widerstände haben etwas zu verändern?

00:20:57: Die meisten Lehrkräfte waren erfolgreich in dem System.

00:21:01: Ja das heißt die waren erfolgreich und sagen warum soll ich denn was ändern?

00:21:03: Ich fand es auch gut damals... Also dieses Verständnis fehlt halt!

00:21:07: Und deswegen glaube ich braucht es zwei Ebenen.

00:21:09: Das eine ist jetzt Schulleitungswut auf.

00:21:14: Wir glauben immer, dass wir mehr als fünfzig Prozent der Menschen brauchen, damit ein Veränderungsprozess gelingt.

00:21:20: Aber das ist bei Weitem nicht so.

00:21:21: Das reicht in Gruppe von zehn, zwanzig Prozent in jeder Schule und die gibt es an jeder Schule.

00:21:25: Die wollen verändern uns.

00:21:25: Es gibt welche, die wollen was?

00:21:26: Ja, da sind fünf, sechs Kollegen mit uns auch gewesen vor zehn Jahren, die gesagt haben ich will etwas anders machen.

00:21:31: Und die Gruppe haben wir genommen.

00:21:32: Da habe ich einen starken Fokus drauf gelegt und hab also der Gruppe gesagt okay ihr bekommt alle Freiheiten von mir plant mal das nächste Schuljahr sammelt Ideen reist.

00:21:41: ja jeder konnte übrigens auch.

00:21:42: dazu kommt dass es auch wichtig jeder darf dann vielleicht auch die dürfen nach Finnland reisen.

00:21:46: echt Wer will, darf mit.

00:21:48: Klar!

00:21:48: Also sich das angucken und haben quasi diese Gruppe arbeiten lassen.

00:21:53: Und für mich war dann total wichtig dass diese Gruppen eine Sichtbarkeit erhält.

00:21:58: also die waren immer sehr sichtbar.

00:21:59: jeder Lehrkräftekonferenz haben die ein Zeitfenster bekommen von fünfzehn Minuten durften einfach erzählen was sie gerade machen woran sie arbeiten was die Pläne sind usw.

00:22:07: Die Sichtbarigkeit ist glaube ich ganz entscheidend.

00:22:12: Das zweite, was ich parallel dazu gemacht habe ist immer wieder mit meinem Collegium zu sprechen damals.

00:22:16: Zu interagieren.

00:22:19: Ich hab die Augen versucht zu öffnen.

00:22:21: Ich hab meinen Kollegen gesagt, stellt euch vor ihr habt nächste Woche eine Herzoperation.

00:22:26: Also schwierige Operationen, Herzoperation und ihr wüsste der Arzt, der praktiziert so wie vor dreißig Jahren.

00:22:31: Mit dem gleichen Know-how, mit den gleichen technischen Geräten.

00:22:33: Wie würdet ihr euch denn fühlen?

00:22:34: Dann haben sie das gesagt Schwierig, weiß ich nicht.

00:22:37: Irgendwann allen Professionen haben wir den Anspruch, dass sie auf dem aktuellen Stand gehen und sich weiter entwickeln, weiter bilden... ...und dann die eigene irgendwie nicht.

00:22:47: Und das habe ich immer versucht zu wiederholen.

00:22:49: Dann hab' ich Mut gemacht!

00:22:50: Ich hab das Bild der Heldinnen oder Heldenreise aufgemacht.

00:22:54: Du weißt nicht ob ihr das kennt?

00:22:55: Das ist quasi die Idee, Denkt da so ein Walt Disney Film oder so?

00:23:00: Da kriegt quasi die Aufgabe, die Welt zu retten und bricht auf.

00:23:03: Wir retten die Welt!

00:23:05: Ihr kennt das.

00:23:05: so eine Mission und kurz vor Ende der Geschichte läuft alles schief... Ja, sehr oft so.

00:23:10: Es geht den Bach runter und es ist aussichtslos eigentlich, dass man noch erfolgreich sein kann.

00:23:16: Und was macht aber der Heldin in dieser Geschichte?

00:23:19: Die sagt ich mach's trotzdem mit ein bisschen Fortunen und Mut und manchmal auch von die Zufälle zur Seite.

00:23:24: kommt mal jemand noch gelingtes dem Held in diese Geschichte, die Mission erfolgreich zu beenden.

00:23:29: Ich habe immer wieder das Bild aufgemacht.

00:23:30: Ich hab gesagt wenn wir uns verändern werden wir an Punkte kommen, an denen wir ähnlich wie bei dieser Heldinnen-Heldenreise Scheitern oder Gesühle am Mist, das war jetzt gar nicht gut und wir wissen was zu tun ist.

00:23:40: Und an diesen Stellen werden oft die Menschen die große Sorge haben, ja?

00:23:44: Die werden laut.

00:23:45: Also nach Widerstände lasst ganz schön die Qualitätsbeauftragten wie immer diese Menschen nennen, weil sie sagen dann ja hab ich doch gleich gewusst!

00:23:51: Und ich habe immer als Schulleiter sagen kann, hab' ich auch gewusst... Was müssen wir machen?

00:23:53: Heldenreise?

00:23:54: Wir machen weiter.

00:23:55: Okay.

00:23:56: Das war glaube ich das Zweite also dieses ja mutig zu sein Fehler machen zu dürfen Fehler zu erwarten, in dem Veränderungsprozess ist für den Normal das was so nicht läuft weil wir planen aber es kommt auch ganz häufig anders als dass wir jetzt eigentlich gedacht haben.

00:24:11: und dann kommt quasi diese erste Gruppenspiel.

00:24:13: Das erste Schuljahr der startet.

00:24:15: also haben wir das geplant und zwar das Jahrgang fünfte erster Jahrgang Und das war ohne Probleme ging das gut.

00:24:20: Dann kommt der zweite Jahrgang Der geht auch relativ gut beim veränderungs Prozess.

00:24:23: Da sind doch die First Follower da sind so die Die wollen sich mal den ersten Jahrgang angucken uns wollen aber nicht da die Pionierarbeit machen und sagen auch das machen wir's doch auch noch Und dann wird es interessant.

00:24:34: Dann beginnts beim Veränderungsprozess tatsächlich, dann ist die Frage geht das Kollege mit?

00:24:39: Wie laut sind die Stimmen, die sagen wir wollen keine Veränderung oder wie auch immer?

00:24:43: Im dritten vierten Jahr wird's interessant und dann haben ja gerade FußballwM.

00:24:48: kann man diesen Narrativ bleiben, da müssen sie sich entscheiden.

00:24:51: wechsel ich mich jetzt auf dieses Spielfeld ein und spiele damit bei dem lustigen Treiben oder wechsle ich den Verein?

00:24:58: Und ich habe das auch meinen Kollegen klar, aber auch sehr wertschätzend formuliert.

00:25:03: Ich hab meinem Kollegen damals klar gesagt unsere Schule wird sich verändern und sie muss sich ver ändern weil die Welt sich verändert.

00:25:11: Wenn es für irgendjemand irgendwann jetzt der Ort wird wo man sagt Das fühlt mich nicht mehr wohl, denn das ist nicht mal meine Schule Dann ist es völlig wertfragend, völlig verständlich, dann sage ich, das ist in Ordnung.

00:25:21: Dann werde ich helfen einen guten Ort zu finden dem man sich einfach wohl fühlt und das ist okay.

00:25:25: und wenn in den letzten zehn Jahren sind von unserer Schule zwei Leute gegangen, die gesagt haben das ist nicht mehr das was sie sich eigentlich vorstellen.

00:25:32: Der Rest ist geblieben!

00:25:33: Was ich für eine enorm große Zahl eigentlich halt.

00:25:36: hätte gedacht dass das deutlich mehr sind aber es ist es nicht.

00:25:38: und warum sind die nicht gegangen?

00:25:40: vielleicht abschließende Gedanken vorzuführen?

00:25:43: entscheidend in diesem Moment wenn dann ich sag jetzt mal diese große Masse sich entscheiden muss gehe ich mit oder gehe ich nicht mit?

00:25:51: Ist tatsächlich der Faktor wie groß ist der Preis woanders hinzugehen?

00:25:56: Und wenn ich aber eine Schule habe, an der ich mich gesehen fühle und wertschätzt und dann mit ihm einbringen kann.

00:26:01: Dann stehe vielleicht nicht zu hundert Prozent dazu.

00:26:03: Aber dann sage ich okay das ist trotzdem irgendwie mein Ort und ich trage es halt dann mit!

00:26:07: Das ist genau den Punkt den wir brauchen.

00:26:09: Und dann entscheiden sich die Menschen quasi in diesen Veränderungsprozess mit reinzugehen und dann gibt es ein paar wenige die dann sagen am Ende das will ich nicht und das ist aber auch in Ordnung so.

00:26:21: Ja vielen Dank für deine inspirierenden Bilder.

00:26:24: Wir werden es in Zukunft mal testen, wie es bei uns funktioniert.

00:26:27: Schön!

00:26:28: Freut mich.

00:26:29: Nun würde uns interessieren kannst du uns drei Zutaten für eine erfolgreiche Schulentwicklung

00:26:34: nennen?

00:26:36: Also ich glaube Partizipation ist der Schlüssel das ist ganz zentral.

00:26:39: also die Menschen im Schulentwickelungsprozess zu beteiligen.

00:26:42: Für mich eine ganz besondere Rolle spielen Schülerinnen und Schülern sie reinzunehmen In den Denkprozess.

00:26:50: Schule weiterzuentwickeln ist von zentraler Bedeutung aus mehreren Gründen.

00:26:56: Das eine ist, weil Sie selber sehr gut wissen was sie brauchen um gut lernen zu können.

00:26:59: das können Sie sehr gut formulieren wenn man sich einfach mal fragt.

00:27:02: Das wäre glaube ich ganz wichtig.

00:27:05: Das zweite ist diese wir haben vorhin von diesem Rollenverständnis gesprochen diesen Überzeugungen wie so ne Schule zu sein hat.

00:27:14: Emotionen sind Wirkbeschleuniger für Veränderungsprozesse positiv oder negativ und wer kann am besten Emotion transportieren als Schülerinnen und Schüler?

00:27:24: Das heißt, wenn ich mit Kindern in den Prozess reingehe kann es auch Menschen erwachsen und auch Lehrkräfte überzeugen.

00:27:29: Weil wenn Kinder das formulieren was sie eigentlich brauchen da kann ich mich eigentlich der Sache gar nicht mehr verschließen dann ist eben nicht mehr der Schulleiter der das will sondern die Schüler die ganz klar das einfordern weil sie's wollen.

00:27:39: also das wäre für mich einen ganz ganz zentraler Schlüssel.

00:27:42: vielleicht um ein Bild.

00:27:44: Ich könnte die...ne noch gleich zwei weitere Punkte aber ich möchte zu einem Bild nochmal an die Köpfe pflanzen.

00:27:48: so die Idee.

00:27:49: wir haben vor zehn Jahren eine Lehrkräftekonferenz gemacht Ganz normal, wie man das so macht.

00:27:54: Und in der Mitte des Raums haben wir eine Fischbowl platziert.

00:27:57: Der Fischbohr-Format ist ja so ein Art Stuhlkreis wo sich Experten über ihr Expertenwissen unterhalten und es gibt einen freien Stuhl also dass man von außen quasi nach innen treten kann was sagen fragen kann und wieder raus geht.

00:28:08: Ihr Lehrkräfte saßen außen und in der Mitter saßen die Schülerinnen und Schüler und die haben sie unterhalten was sie brauchen um gut lernen zu können.

00:28:14: Das war der Start vor zehn Jahren, als wir gesagt haben, wir wollen Schule anders denken.

00:28:17: Und es war so ein starkes Bild nicht nur weil die Kinder tolle Sachen gesagt haben sondern weil es jedem klar wurde um wen geht's eigentlich in Schule?

00:28:24: Es geht doch um die Jugendlichen, Kinder und Jugend, die dort sitzen und die sagen was sie brauchen!

00:28:29: Und das ist nochmal dieses Bild in die Köpfe der Menschen zu bekommen.

00:28:31: warum ist Schule eigentlich da?

00:28:32: Das ist glaube ich ganz entscheidend.

00:28:35: hat uns dann total geholfen dass wir immer wieder Schülerinnen und Schüler reinnehmen?

00:28:39: Jetzt sind noch zwei Sachen offen.

00:28:40: Das eine ist Beteiligung, das andere ist sicherlich Beziehungsarbeit und Wertschätzung.

00:28:46: Das ist für mich ein ganz großer Schlüssel weil wir haben keine Ressourcen mehr schuliert und ich kann niemanden höher gruppieren.

00:28:56: es gibt gar nichts.

00:28:56: Das einzige Instrument dass ich habe ist Wertschättung zu ermöglichen, dass Menschen Selbstwirksamkeitserfahrungen machen können hier in der Schule.

00:29:04: Das ist das Einzige was sie machen kann.

00:29:06: Das heißt wir müssen immer wieder schauen gibt es eben diese Möglichkeit selbstwirksam zu werden?

00:29:10: Können die Menschen sich hier einbringen?

00:29:12: Werden Sie gesehen mit ihren Bedürfnissen?

00:29:14: und des Dritte...das ist eigentlich relativ einfach.

00:29:17: ich habe sogar vier Sachen aber das dritte ist sicherlich die Schule schafft alleine nicht mehr den Veränderungsprozess zu schaffen.

00:29:23: Das heißt, wir brauchen Menschen von außen!

00:29:26: Wir müssen raus aus der Schule, wir müssen ins Quartier in die Realität mit Menschen in zurellen Problemen stellen und wir müssen Menschen von Außen in die Schule holen, die uns unterstützen mit ihrer Expertise.

00:29:35: Das ist total wichtig.

00:29:37: Wir können nicht mehr Experten für alle sein sondern wir brauchen da einfach Menschen, die bereit sind, da zu helfen.

00:29:43: und vielleicht das Letzte wenn ich darf noch ein weiterer Punkt Wir arbeiten wahnsinnig viel mit Narrativen und mit sogenannten positiv konnotierten Ritualen.

00:29:55: Das heißt, das sind die Methoden aus der Kreativwirtschaft.

00:29:58: In dem Moment in dem ich Bilder schaffe und Zielbilder formuliere oder visualisiere, kalt fällt mir es viel leicht um mich auf etwas einzustellen wo ich meine Reise hingehen möchte als wenn ich das nur auf einer verbalen Ebene sehr sachlich nüchtern trocken mache sondern wir generieren Bilder.

00:30:13: Und zwar Bilder, die gerne auch von Schülerinnen und Schülern formuliert werden.

00:30:18: Das in Kombination mit Ritualen, die Gemeinschaft schaffen.

00:30:21: Letzter Woche hat unser Hausmeister den fünftigsten Geburtstag gefeiert.

00:30:25: Das war ein Schulfest!

00:30:26: Das war irre.

00:30:27: Wir haben dem Tier Armo gesungen, die ganze Schule, wir haben gesungen und es wurde Pizza gebacken – mit RS.

00:30:31: überall war Italien.

00:30:32: Es war irre!

00:30:33: Ja das war ganz toll und darum geht's.

00:30:35: Gemeinsschaft schaffen?

00:30:37: den gemeinschaftlichen Ort und dass.

00:30:39: dann sind die Menschen bereit auch in den Veränderungsprozess zu gehen.

00:30:41: Ich glaube, dann führt das in der Folge auch dazu, dass Schulentwicklung gelingen kann oder besser gelingen können vielleicht mit weniger Hindernissen als wenn ich das vielleicht anders mache.

00:30:53: Ja vielen lieben Dank für die vielen, vielen Einblicke, die du uns in deinem Schulleben gegeben hast und uns mitgenommen hast – auch emotional auf eine spannende Reise!

00:31:07: Um zum Schluss zu kommen, habe ich noch ein paar kurze Fragen.

00:31:11: Welches Buch sollte deiner Meinung nach jede Schulleitung gelesen haben?

00:31:17: Also ein Buch das mich wirklich nachhaltig immer noch begleitet ist von Olaf Buhrow wertschätzende Schulleitungen.

00:31:24: Das war eines der ersten Bücher die ich gelesen hab und da profitiere ich für heute noch davon.

00:31:27: also das kann ich wirklich jedem empfehlen.

00:31:30: Okay!

00:31:30: Ich glaube es kommt dann auf meine nächste Lekturliste.

00:31:37: ist für dich das wichtigste Tool im Arbeitsalltag, egal ob analog oder digital.

00:31:43: Jetzt würdest du gerne vielleicht was Technisches oder so hören?

00:31:46: Ich sag es ganz einfach – das Herz!

00:31:48: Das ist das Entscheidende.

00:31:51: Okay mit der Antwort habe ich jetzt nicht direkt gerechnet aber trotzdem frage ich nochmal nach gibt es etwas was du besonders gerne benutzt, ob's auf dem iPad oder das Analoge Das analoge Buch ist, in dem man alles einträgt was so über den Tag verteilt passiert und was man sich noch vorgenommen hat.

00:32:14: Ja ich glaube es gibt gar nicht das besondere Tool.

00:32:18: Klar natürlich habe ich ein Kalender der schon tagesbestimmt.

00:32:21: das ist schon gut.

00:32:22: da hat auch mein Team Zugriff drauf.

00:32:24: das ist glaube ich total wichtig.

00:32:26: Und das zweite sicherlich natürlich arbeite ich mit KI Wahnsinnig viel.

00:32:30: Also das ist ein Riesenthema und ich habe mich da ziemlich eingearbeitet.

00:32:35: Da vielleicht auch übrigens, wenn das die Zuhörerinnen und Zuhöere interessiert... Ich hab in den Weihnachtsferien ein kostenloses, also Open Source Tool entwickelt auf Basis von ChatGPT.

00:32:47: Das nennt sich der Collegiumskompass Und bei diesem Collegiumskompass war es so dass ich quasi einen sogenannten Customized-GPD gebaut habe, also ein eigenes GPT das ein transformatorisches Verständnis hat.

00:33:00: Das quasi auf eine bestimmte Datenbasis zurückgreift, auf bestimmte Artikel die in den Veränderungsprozess beschreiben, wie gehe ich mit dem Kollegen um Basis?

00:33:09: Also wo alle Punkte hinterlegt sind.

00:33:11: Ich hatte das zwischen den Jahren auf LinkedIn geteilt, es haben sich über achtzig Menschen gemeldet um Feedback zu geben.

00:33:19: Also von Schulleitern und Schulentwickler

00:33:20: usw.,

00:33:21: das ist alles mit eingeflossen und das ist kostenlos und öffentlich nutzbar.

00:33:24: Das haben mehrere tausend Menschen schon genutzt.

00:33:26: also das nennt sich der Collegiumskompassist bei JetGPT.

00:33:29: Vielleicht kann man das ja auch später noch verlinken in irgendeiner Art Formen, dass es kostenfrei nutzbar und da liegt einfach ein gutes... transformatores Verständnis von Schulentwicklung dahinter.

00:33:40: Und das heißt, wenn ich als Schüler eine Frage habe wie gehe ich da rein?

00:33:42: oder mein Kollege um David Sorge?

00:33:44: Ich würde gerne das Thema platzieren.

00:33:45: ist das wirklich etwas dass helfen kann und dass ein Gut durch den Prozess leitet eben nicht nur wie Chatchity ganz allgemein bleibt sondern es immer auf eine gute Wissensbasis zurückgreift?

00:33:56: Ja, ich glaube mit dem Verlinken das werden wir auf jeden Fall aufgreifen.

00:34:00: Schauen wir mal, dass in unserem nächsten Newsletter etwas in der Richtung Einbauen.

00:34:08: Eine abschließende Frage, was können wir?

00:34:12: Wir sind ja alle Schulleiter!

00:34:13: Was können wir einer jungen Lehrkraft mitgeben die heute ihren ersten Tag als Schulleitung

00:34:19: hat?

00:34:21: Ja das ist eine gute Frage, da gibt es natürlich viele Dinge.

00:34:25: Ich glaube zuhören ist erstmal das Entscheidende.

00:34:28: einfach mal ins System reinhorchen.

00:34:30: Wer sind die Menschen...was sind die Bedürfnisse?

00:34:34: Die Reibungspunkte kriegt man relativ schnell mit Das lässt sich nicht verbergen.

00:34:37: Aber wo stecken vielleicht auch Verborgene Ressourcen, die noch gar nicht da sind?

00:34:41: Weil ja viele Menschen auch mit einer neuen Schulleitung Hoffnung schöpfen oder sagen, ja, da kann ich mich mehr einbringen.

00:34:49: Oder werde anders gesehen.

00:34:51: Ich glaube das wäre das ganz Entscheidende.

00:34:54: Authentisch sein natürlich.

00:34:56: Das ist ganz wichtig und ich denke alles Weitere wird sich dann fügen.

00:35:04: Ja, ich glaube, da sind gute Anregungen dabei.

00:35:06: Ich erinnere mich an mein erstes Schuljahr als Schulleiter.

00:35:09: War durchaus anstrengend, weil natürlich auch viele Erwartungen da waren und die zu erfüllen war.

00:35:18: zu Beginn nicht immer einfach.

00:35:22: Wir bedanken uns für dieses überaus interessante Gespräch.

00:35:25: Schön dass wir hier sein durften.

00:35:28: Und vielleicht abschließend wo findet man mehr über die Ernstreuter Schule?

00:35:33: Ja also auf unserer Homepage findet man einiges Dann auf der Seite unserer Schülerzeitung, auf dem Blog.

00:35:40: Also die Zeitschrift heißt Ernstle also wieder ernst nur mit THL, also Ernstlet.de Lassen immer relativ tagesaktuelle Themen drauf und ansonsten ist glaube ich im Netz wahnsinnig viel zu finden über unsere Arbeit.

00:35:55: Und dann kann man natürlich immer uns auch anschreiben.

00:35:58: Oder wer vorbeikommen möchte, auch gerne mal vorbeiekommen.

00:36:00: Es gibt eine eigene E-Mail Adresse auf der Homepage Schulbesuche at rs-karlsre.de.

00:36:05: Das heißt da kann man dann einfach mal nachfragen wenn man vorbei kommen will.

00:36:08: Also die Möglichkeit besteht immer.

00:36:09: wir teilen alles.

00:36:10: Wir sind mit allem ganz offen.

00:36:12: Jeder kann da gerne nachfragten.

00:36:15: Ja wunderbar!

00:36:15: Vielen vielen Dank auch für die Einladung.

00:36:17: Ich glaube wieder kommen wir darauf zurück Und ja sagen an dieser Stelle.

00:36:22: vielen dank Interessanten Einblicke und wir freuen uns auf alle weiteren Begegnungen mit dir.

00:36:29: Danke schön!

00:36:44: Wenn Sie noch mehr

00:36:45: über die VSL erfahren möchten,

00:36:47: sich für unsere Vorstandsarbeit oder eine einfache Mitgliedschaft interessieren, schauen sie

00:36:52: vorbei auf unserer

00:36:53: Homepage www.vsl-behe.de.

00:36:58: Dort finden Sie außerdem unsere Kontaktdaten wenn Sie sich per E-Mail

00:37:01: an uns wenden wollen.

00:37:03: Wir freuen

00:37:04: uns über jede Art der Rückmeldung und kümmern uns um Ihre

00:37:11: Anliegen.

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